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Geschichte der Uffizien

Die Uffizien begannen nicht als Museum. Sie begannen als Machtdemonstration. Im Jahr 1560 beauftragte Cosimo I. de' Medici — Herzog von Florenz und der machtigste Mann der Toskana — Giorgio Vasari mit dem Entwurf eines Gebaudes, das samtliche Verwaltungsamter von Florenz unter einem Dach vereinen sollte — und unter seiner Kontrolle. Der Name sagt alles: "uffizi" bedeutet auf Italienisch "Amter" oder "Buros".

Vasaris Meisterwerk (1560-1580)

Vasari entwarf ein elegantes U-formiges Gebaude, das sich vom Palazzo Vecchio bis zum Arno erstreckte und eine lange offene Piazza zwischen seinen beiden Flugeln einrahmte. Die Architektur war revolutionar — ein Zusammenspiel klassischer Saulen, offener Loggien und grosser Fenster, die die Innenraume mit Licht durchfluteten. Der Bau begann 1560, doch Vasari erlebte die Fertigstellung nicht mehr. Er starb 1574, und das Projekt wurde von Bernardo Buontalenti und Alfonso Parigi vollendet.

Doch schon bevor die Amter fertiggestellt waren, hatten die Medici grossere Plane. Im Jahr 1565 errichtete Vasari den beruhmten Vasari-Korridor — den erhohten Durchgang, der die Uffizien uber den Ponte Vecchio mit dem Palazzo Pitti verband. Und 1581 verwandelte Francesco I. de' Medici das oberste Stockwerk des Ostflugels in eine Galerie fur die wachsende Kunstsammlung der Familie. Dies war der Moment, in dem sich die Uffizien von burokratischen Amtsraumen in etwas Aussergewohnliches verwandelten.

Die Sammlung der Medici

Die Medici sammelten nicht nur Kunst — sie schufen die Voraussetzungen fur ihre Entstehung. Als Bankiers, Papste und Herrscher von Florenz gaben sie Werke bei praktisch jedem bedeutenden Kunstler der Renaissance in Auftrag: Botticelli, Leonardo, Michelangelo, Raffael und Hunderten weiteren. Ihre Sammlung wuchs uber zwei Jahrhunderte und wurde zur bedeutendsten privaten Kunstsammlung Europas.

Jede Generation der Medici bereicherte die Galerie. Die Tribuna — ein achteckiger Raum, den Buontalenti 1584 entwarf — wurde eigens geschaffen, um die wertvollsten Besitztumer der Familie auszustellen, darunter antike romische Skulpturen und Juwelen der Renaissance. Kardinale, Fursten und auslandische Wurden-trager kamen aus ganz Europa, um sie zu bestaunen. Die Tribuna war in vielerlei Hinsicht der erste Museumsraum der Welt.

Anna Maria Luisa — Die Frau, die alles rettete

Die wichtigste Figur in der Geschichte der Uffizien ist kein Maler und kein Papst — es ist Anna Maria Luisa de' Medici, die Letzte der Medici-Linie. Als sie 1743 starb, hinterliess sie die gesamte Familiensammlung der Stadt Florenz durch den "Familienpakt" (Patto di Famiglia). Ihre einzige Bedingung: Die Kunst durfe niemals aus Florenz entfernt werden. Sie musse bleiben "zur Zierde des Staates, zum Nutzen des Volkes und um die Neugier der Fremden anzuziehen."

Ohne die aussergewohnliche Weitsicht Anna Maria Luisas ware die Medici-Sammlung uber europaische Konigshofe und Privatsammlungen verstreut worden. Stattdessen ist jedes Gemalde, das Sie heute in den Uffizien sehen, dank ihrer Entscheidung dort. Florenz sollte ihr eine grossere Statue errichten.

Von der Galerie zum Museum (18.-19. Jahrhundert)

Unter dem Haus Lothringen (das den Medici als Herrscher der Toskana nachfolgte) wandelten sich die Uffizien allmahlich zu einem offentlichen Museum. Die Lothringer ordneten die Sammlung chronologisch, verlegten Skulpturen in andere Institutionen und offneten neue Sale fur Besucher. Um 1850 waren die Uffizien eines der meistbesuchten Museen Europas — ein Pflichtbesuch auf jeder Grand-Tour-Route.

Der Zweite Weltkrieg

Als der Krieg Italien erreichte, handelte das Museumspersonal heldenhaft. Vor der deutschen Besatzung wurden Hunderte von Gemalden heimlich in Landhausern und Burgen in Sicherheit gebracht. Das Gebaude uberstand den Krieg weitgehend unbeschadet, obwohl die sich zuruckziehende deutsche Wehrmacht Gebaude an beiden Enden des Ponte Vecchio zerstorte. Der Vasari-Korridor daruber uberstand den Krieg.

Die Flut von Florenz 1966

Am 4. November 1966 trat der Arno uber die Ufer und uberflutete Florenz mit Wasser, Schlamm und Heizol. Die Fluten erreichten das Erdgeschoss der Uffizien, beschadigten das Fundament des Gebaudes und zerstorten im Keller gelagerte Werke. Eine internationale Rettungsaktion — die beruhmten "Schlammengel" — half, Tausende von Kunstwerken in der ganzen Stadt zu retten. Die Flut fuhrte zu bedeutenden Fortschritten in der Kunstrestaurierung, die bis heute weltweit angewandt werden.

Die Modernen Uffizien

Seit den 1990er Jahren werden die Uffizien im Rahmen des Projekts "Neue Uffizien" kontinuierlich erweitert und renoviert. Die Ausstellungsflache hat sich nahezu verdoppelt, im Erdgeschoss wurden neue Sale eroffnet, und die Prasentation der Sammlung wurde grundlegend neu gestaltet. Die heutigen Uffizien umfassen 101 Sale auf zwei Etagen, in denen Werke chronologisch vom 13. bis zum 18. Jahrhundert angeordnet sind. Uber 2 Millionen Besucher kommen jahrlich — damit gehoren die Uffizien zu den meistbesuchten Museen der Welt.

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