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Proto-Renaissance

Giotto in den Uffizien

In Raum 2 der Uffizien beginnt die westliche Malerei. Drei riesige Altarbilder füllen den Raum -- gewaltige Goldgrund-Darstellungen der Madonna mit Kind von Cimabü, Duccio und Giotto. Auf den ersten Blick sehen sie ähnlich aus. Doch stellen Sie sich vor Giottos Ognissanti-Madonna (ca. 1310) und wenden Sie sich dann Cimabüs Version zu, und Sie werden die Revolution sehen, die die Kunst für immer veränderte. Giottos Madonna hat Gewicht. Sie sitzt auf einem echten Thron, der echte Tiefe erzeugt. Ihr Gesicht zeigt echte menschliche Emotion. Nach Giotto konnte die Malerei nie wieder flach sein.

Giotto di Bondone in den Uffizien

Raum 2 ist bewusst so gestaltet, dass Sie die Geburt der Renaissance-Malerei mit einem einzigen Blick erleben können. Die drei grossen Mästa-Tafeln -- von Cimabü (ca. 1280), Duccio (ca. 1285) und Giotto (ca. 1310) -- stellen drei Stufen der Revolution von mittelalterlicher zu moderner Kunst dar.

Giottos Ognissanti-Madonna bricht in mehreren entscheidenden Punkten mit der byzantinischen Konvention. Der Thron ist mit konsistenter Perspektive dargestellt und erzeugt ein überzeugendes Gefühl dreidimensionalen Raums. Der Körper der Madonna hat echtes Volumen unter ihren Gewändern -- man spürt ihr Gewicht auf dem Thron. Die Engel, die den Thron flankieren, überlappen sich natürlich, anstatt in einem symbolischen Muster gestapelt zu sein. Und die Gesichter -- Maria, das Christuskind, die Engel -- drücken echte menschliche Emotionen aus anstatt der stilisierten Masken der byzantinischen Kunst.

Das mag subtil klingen, aber im Jahr 1310 war es revolutionär. Tausend Jahre lang war die westliche Kunst im Wesentlichen flach und symbolisch gewesen. Giotto erfand im Alleingang die Idee, dass Malerei die reale, physische Welt darstellen kann. Jeder Künstler, der folgte -- Masaccio, Botticelli, Leonardo, Michelangelo -- baute auf dem Fundament auf, das Giotto in diesem Raum gelegt hat.

Biografie

Giotto di Bondone wurde um 1267 in der Nähe von Florenz geboren. Die berühmteste Geschichte über seine Jugend stammt von Vasari: Der Maler Cimabü soll den jungen Giotto entdeckt haben, als dieser ein Schaf auf einen Felsen so realistisch zeichnete, dass Cimabü ihn sofort als Lehrling aufnahm. Ob diese Legende wahr ist oder nicht -- Giotto lernte bei Cimabü und übertraf seinen Meister schnell.

Sein grösstes Werk ist der Freskenzyklus in der Scrovegni-Kapelle in Padua (ca. 1305), der das Leben Christi und der Jungfrau Maria mit beispielloser emotionaler Tiefe und räumlichem Realismus erzählt. In Florenz entwarf er den Glockenturm (Campanile) der Kathedrale, der noch heute seinen Namen trägt. Dante schrieb in der Göttlichen Komödie, dass Giottos Ruhm den von Cimabü übertroffen habe -- eine bemerkenswerte Hommage eines Florentiner Genies an ein anderes.

Vermaechtnis

Giotto wird oft der "Vater der westlichen Malerei" genannt. Wenn Sie in Raum 2 der Uffizien stehen, können Sie genau sehen, warum. Die Ognissanti-Madonna ist der Angelpunkt zwischen mittelalterlicher und moderner Kunst -- und alles andere in den Uffizien folgt daraus.

Guided Experience

Giotto di Bondones Meisterwerke mit einem Guide erleben

Duration: 2 hours

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